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DAAD - Deutscher Akademischer Austauschdienst
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Olga Chaban
Bericht zum 2. deutschlandkundlichen Wochenende „Deutschland entdecken, 24.-27.09.2009

Deutschland richtig entdecken
Für viele Deutschlerner ist DAAD wahrscheinlich schon ein Begriff. Aber auf jeden Fall: DAAD steht für Deutschen Akademischen Austauschdienst und ist eine gemeinsame Einrichtung der deutschen Hochschulen. Das Ziel des DAAD ist es, die Hochschulkooperationen mit dem Ausland zu fördern. Der Weg dazu ist ein bilateraler Austausch von Studierenden und Wissenschaftlern. Der DAAD organisiert auch regelmäßig verschiedene Informations-, Bildungs- und Kulturveranstaltungen für Deutschlerner und Deutschlehrer, aber auch für alle, die ihr Interesse für deutsche Kultur vorbringen. Glücklicherweise zählt auch Belarus zu den 32 Ländern, in denen der DAAD einen Informationszentrum oder eine Außenstelle hat. DAAD- Informationszentrum in Minsk wurde 2004 eröffnet und trägt seitdem erfolgreich zum wissenschaftlich-akademischen Austausch bei.
Deutschland entdecken
„Deutschland entdecken“ ist eine der vielfältigen Veranstaltungen des DAAD und gleichzeitig der Name des deutschlandkundlichen Seminars, an dem ich zu meinem Glück teilnam. Dieses deutschlandkundliche Wochenende findet jährlich statt, und jedes Jahr bedeutet es eine andere Universität, eine andere Stadt, nur die Nachfrage bleibt gleich hoch und das Rahmenprogramm wird aktualisiert. 2009 war die Staatliche Universität Grodno der Standort von „Deutschland entdecken“ und das Seminar selbst dauerte vom 24. bis 27. September.
Das Rahmenprogramm bildeten Vorträge, Seminare und Workshops aus den Bereichen deutscher Gesellschaft, Kultur und Wirtschaft. Abends gab es auch ein hervorragendes Kultur- und Unterhaltungsprogramm, das unter anderem Besichtigung der Sehenswürdigkeiten von Grodno, eine Schifffahrt, Einweihung einer gemeinsamen deutsch-belarussischen Fotoausstellung und das Treffen mit dem Attache für Kultur und Presse der deutschen Botschaft in Belarus enthielt.
Teilnehmer
Die Teilnehmer von „Deutschland entdecken“ sind Studierende aus ganz Belarus, deren Studium oder Fachrichtung irgendwie mit der deutschen Sprache verbunden ist. Das sind nicht nur Germanisten und Dolmetscher, sondern auch Studenten aus der wirtschaftlichen, medizinischen, ökologischen Sacharow -Uni und mehreren anderen Hochschulen. Innerhalb dieser inhaltsvollen 4 Tage blieb ihnen noch etwas Zeit übrig, um neue Bekanntschaften anzuknüpfen und gleichzeitig ihre Deutschkenntnisse zu vervollkommnen, weil diese 4 Tage lang fast 24 Stunden pro Tag gerade Deutsch gesprochen wurde.
Einen wesentlichen Beitrag dazu war, dass am Seminar viele Deutsche teilnahmen, und zwar Universitätslektoren, die Voträge hielten, DAAD-Lektoren und auch Vertreter der deutschen Organisationen in Belarus. Jederzeit hatten die Studenten die Möglichkeit, sich mit ihnen zu unterhalten und Antworten auf alle Fragen zu bekommen. Die Atmosphäre war immer sehr freundlich und entspannt, die Unterhaltungen aber sehr rege: In den Workshops wurde diskutiert und die Lektoren wurden oft mit Fragen überschüttet, blieben aber nachhaltig kontaktfreudig. Die Freizeit der DAAD – Lektoren stand auch immer zur Verfügung und viele von den Teilnehmern zogen Nutzen davon.
Programm
Ein Theaterworkshop, eine Schreibwerkstatt mit einem erfahrenen deutschen Journalisten, ein Workshop für deutsche Volkstänze und literarisches Cafe… - Das ist nur noch geringer Teil des Rahmenprogramms von „Deutschland entdecken“. Jeden Tag gab es für die Teilnehmer eine Auswahl von 4 Seminaren. Und diese scheinbar kinderleichte Entscheidung war ehrlich gesagt eine sehr schwere Aufgabe, denn jedes Angebot war echt sehenswert und viele hätten lieber alle 4 Seminare gleichzeitig besuchen können. Da fällt mir gleich die Qual der Wahl…Aber doch, die Regeln sind Regeln und die Entscheidung musste doch getroffen werden.
Während der Vorlesungen und Vorträgen, die alle Teilnehmer besuchten, erkundigten sie sich über die aktuellsten Richtungen der deutsch-belarussischen Beziehungen, den Stand und Perspektiven der erneuerbaren Energie – Technologien in Belarus und Deutschland, die kulturellen Merkmale Deutschlands, aber auch viele andere hörenswerte Themen wurden beleuchtet. Die Informationen waren höchstinteressant und natürlich entsprachen dem aktuellsten Stand. Im Rahmen des Wochenendes gab es auch eine Präsentation zur Vorstellung der DAAD – Programme und einen Bewerbungstraining, was besonders nützlich für zukünftige Stipendiaten und Stipendiatinnen ist. Aber auch in der Freizeit war es möglich, den persönlichen Nutzen aus dem Seminar zu gewinnen. Einige von den Teilnehmern waren bereits DAAD-Semesterstipendiaten oder hatten Hochschulsommerkurse in Deutschland besucht. Auch bei ihnen konnte man sich beraten lassen, denn sie teilten ihre Erfahrungen und Eindrücke mit anderen sehr gerne.
Wozu war „Deutschland entdecken“ organisiert?
Veranstaltungen solcher Art tragen besonders stark und effektiv dazu bei, die deutsch sprechenden Studenten zu vereinigen und Interesse für die deutsche Kultur aufzuregen. Außerdem solche Erfahrungen haben einen unschätzbaren Nutzen für die Studenten, die daran teilnehmen, denn es verleiht ihnen eine gute Motivation, sich im Bereich der Sprache zu vervollkommnen, ihre Möglichkeiten dadurch zu erweitern und wahrscheinlich damit ihre Zukunft zusammenzuknüpfen.
Und letztlich…
Als ich die Teilnehmer von DEUTSCHLAND ENTDECKEN fragte, was ihnen besonders gut an diesem Wochenende gefallen hatte, waren die Antworten immer verschieden. Einige waren besonders vom Tanzworkshop begeistert, andere von der Stadtbesichtigung und der Schifffahrt, dritte konnten keine eindeutige Antwort geben, denn jeder Tag war unvergeßlich, und die vierten waren besonders vom Abschiedsabend berührt… Aber in einem waren sich alle einig: Das Ziel des 2. deutschlandkundlichen Wochenendes „Deutschland entdecken“ war erreicht, die Bemühungen der Veranstalter haben sich gelohnt und der Abschied fiel allen schwer.

Katsiaryna Khramykh
DSD-Stipendium


Ende meines dritten Monats in Deutschland bricht an. Und wie eine psychologische Zeitschrift behauptet, sei es das Ende des Gewöhnungsprozesses an ein neues Leben. Ob es wahr ist, weiß ich nicht, aber Vieles, was früher unvorstellbar oder seltsam erschien, fühlt sich jetzt richtig an.
Berlin ist wie ein Multi-Vitamin Saft. Obwohl da alles Mögliche gemischt ist, verdaut der Organismus es recht gut. Ein wilder Mix aus Kulturen, die zusammen auf irgendeiner mir nicht klaren Weise in Eintracht leben können und währenddessen nicht auf ihre heimischen Traditionen verzichten. Hunderte von Ländern passen in diese eine Stadt rein.
Was Essen betrifft, ist Berlin unglaublich lecker und, bedauerlicherweise, genauso unglaublich fettig. In einem Monat stellt man fest, dass die Waage bereits andere Zahlen zeigt und nicht zu seinen Gunsten. Man seufzt und am nächsten Tag mit dem Spruch „ Döner macht schöner“ steht man in der Warteschlange am Kiosk mit türkischen Spezialitäten. Im Supermarkt sind Käsekuchen und Leibnitz-Kekse zu meinen Favoriten geworden. Die Mensa vom Studienkolleg gilt als die beste studentische Mensa in Berlin, aber auf Dauer stelle ich mir die Frage ob ich mit Kochen anfangen sollte. Doch, lohnt es sich? Nicht jeder kann in die Mensa gehen, habe ich von einem FU Student erzählt bekommen. Zeit reicht ihm nicht, er meint, wir Studienkollegabsolventen, seien sehr mit „Mittagspause“ und „Lese-Eck“ verwöhnt. Es mag stimmen, dass wir immer noch nicht als „richtige Stundenten“ behandelt, sondern wie Schüler betreut werden, wodurch eine optimale Lernatmosphäre ensteht, welche einen guten Übergang zur universitären Bildung fördert. Dabei muss nur gesagt werden, dass die Komplexität des Stoffes exponentiel wächst, wenn meine Noten proportional wachsen würden. Als ich hier ankam, dachte ich, dass ich überall Einsen schreiben würde. Doch die mathematische Realität meines Studienganges entpuppt sich etwas anders, obwohl meine Mühe in crescendo sich zum übelsten Staccato entwickelt.
Das Berliner Kulturprogramm ist insbesondere auszuzeichnen. Von Street-Art, durch Hebbel, bis Goethe. Jede einzige Ecke hat eine Geschichte zu erzählen, lebendige Denkmäler trifft man überall, sie sind alte Leute, die alles erlebt haben. Selbst Müll hat eine Geschichte, ein Shicksal, einen Wert. Kultur ist Berlin intrinsisch, auch Berliner Luft ist kostbar, und kulturell. Kultur wird nicht in Schaufenstern gestellt, Kultur wird hier erlebt. Belarus ist es bis jetzt noch nicht gelungen, seine eigene Kultur in so einem Maßstab lebendig zu gestalten, das liegt an Berlin allein: Die Kultur der Welt, die eigene Kultur, die kulturelle Metropol schlechthin, der Meilstein der Globalisation, wodurch „the Berliner Dream“ entstanden ist. Berlin als Meltingpot, Berlin als Paradies.

Impressum © DAAD
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19.03.12  Excellence in Engineering and the Sciences Made in Germany
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08.12.08  Sonderprogramm zur Förderung des Historikernachwuchses in Russland, der Ukraine, Moldawien und Weißrussland
 Sonderprogramm zur Förderung des Historikernachwuchses in Russland, der Ukraine, Moldawien und Weißrussland